Der heilige Augustinus unterscheidet zwei Weisen des Christseins: Christsein aufgrund von Einsicht und Entscheidung und Christsein aufgrund von Beispiel und Autorität. Über tausend Jahre hin war die zweite Weise des Christseins vorherrschend: Die Menschen waren Christen aufgrund von Beispiel und Autorität einer christlich geprägten Umgebung. Heute gewinnt die erste Weise des Christseins immer mehr an Bedeutung: Christsein durch Einsicht und Entscheidung. Unsere Aufgabe ist es, Menschen den christlichen Glauben nahe zu bringen und ihnen zu helfen, eine gläubige Entscheidung zu treffen."
Bischof Reinhard Lettmann, Hirtenbrief zur Fastenzeit 2008 (hier vollständig)
Das Konzept „Wege erwachsenen Glaubens" (WeG)
Seit etwa 50 Jahren ist der klassische Weg der religiösen Sozialisierung aufgrund der veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen für viele nicht mehr gangbar. So entstehen auf den verschiedenen Stufen (s. Abb.) zu unterschiedlichen Zeiten Brüche mit der Folge, dass viele Erwachsene einen tragfähigen, erwachsenengemäßen Glauben gar nicht kennen gelernt haben.
Deshalb braucht es eine eigene "Stufe" für Erwachsene, die eine Einführung in den Glauben bzw. eine Glaubensvertiefung ermöglicht.
Das WeG-Konzept mit seinen 5 Schritten ist hierfür ein geeigneter und bereits in vielen Gemeinden erprobter Weg:
1. Schritt: Am Anfang stehen Informationsveranstaltungen, in denen die verantwortlichen Gremien, später auch andere Gruppierungen der Gemeinde dazu ermutigt werden sollen, Erwachsene in den Blick zu nehmen. Daraus erwächst die Entscheidung, mit dem WeG-Konzept zu beginnen.
|
|

Grafik: WeG-Vallendar |
2. Schritt: Interessierte bilden für die Vorbereitung des ersten Glaubenskurses ein Verantwortlichenteam (WeG-Team); die Mitarbeiter/innen entwickeln geistliche Gemeinschaft untereinander und bereiten sich für die verschiedenen Aufgaben vor.
3. Schritt: Das WeG-Team lädt zu einem ersten Glaubensseminar ein und führt es durch. Diese Glaubensseminare wollen vorrangig einen Raum anbieten, in dem Menschen eine persönliche Christusbeziehung entdecken. Wie kann das aussehen? Hier lesen Sie beispielhaft den persönlichen Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin aus Straelen oder zwei Zeitungsartikel zur Ankündigung eines Glaubenskurses in Coesfeld-Lette. Wie sieht ein solcher Glaubenskurs aus? Impulsreferate, Kleingruppen, Meditationen, Gesang geben den Teilnehmern Anregungen, den Grundfragen des Glaubens über einen Zeitraum von 6 bis 8 Terminen nachzugehen. Zur Vorbereitung stehen Materialien für mehrere bewährte Glaubenskurse zur Verfügung (siehe z.B. im WeG-Verlag unter www.ddmedien.com), die so detailliert ausgearbeitet sind, dass auch Laien gut damit umgehen können.
4. Schritt: Oftmals wächst während des Seminars bei einigen Teilnehmern der Wunsch, den begonnenen Weg fortzusetzen. Im Anschluss an das Seminar helfen deshalb kleine Gruppen, miteinander Glaube, Bibel und Leben zu teilen und so zu einem gefestigten Glauben zu wachsen (Hinweis: ein Interview aus der Zeitschrift "Kirche und Leben" kann dies an Hand konkreter Lebenserfahrungen verdeutlichen).
Außerdem treffen sich die kleinen Gruppen in regelmäßigen Abständen als größere Gemeinschaft zum Austausch, zur gegenseitigen Stärkung und zur Vernetzung mit der Gesamtgemeinde.
5. Schritt: Daraus ergibt sich ein Wachsen im Miteinander und im Entdecken der eigenen Gaben, ein Vertiefungsprozess, der dazu führen kann, sich neu (oder wieder) in die Gemeinschaft und in die Gesamtgemeinde einzubringen. Einige werden sich mit dem Anliegen der Glaubensweitergabe an Erwachsene identifizieren und selber wieder in dem WeG-Team mitarbeiten.
Ziel ist es, eine "Erwachsenenstufe" mit regelmäßig wiederkehrenden Angeboten zu etablieren und einen evangelisierenden Prozess für die Gesamtgemeinde anzustoßen.
Den Flyer "Das Pastoralkonzept Wege erwachsenen Glaubens" finden Sie hier
Eine ausführlichere Beschreibung des WeG-Konzeptes finden Sie hier.
|
|
|
Viele Gemeinden haben sich bereits auf den "WeG" gemacht. Die Graphik von D&D Medien GmbH zeigt für den Zeitraum 2001 bis 2007 durchgeführte WeG-Glaubenskurse in Deutschland (unvollständig, da in den Ballungszentren nicht alle Nadeln gesteckt werden konnten).
es wächst...
größere Kartendarstellung |
|
|
|
|